Ein Cowboy zog mit seiner Gitarre durch die Lande und sang traurige Country-Songs. DR. JAY heißt er und traf, reichlich desorientiert, auf einem nächtlichen Ritt ALEKS KULL, bekannt als „Jim Brandy“, und fragte ihn: „Wie komme ich zur Grand Ole Opry?“ Der meinte: „Üben, üben, üben!“ Zu zweit leichter getan als alleine, also gingen die Beiden gemeinsam auf den langen Trail. Der erste Überfall förderte einen alten Kontrabass zutage. Die Holzwürmer wurden in die Flucht geschlagen, die Saiten klatschten wieder aufs Griffbrett. Im harten Winter 2005/06 drangen plötzlich fremde Klänge in die gespitzten Ohren: Brachiale, rhythmische Blue-Notes schwirrten durch die Luft und nisteten sich unerbittlich in die ersten Eigenkompositionen ein. Ein weiterer Outlaw stieß zur Gang: YVES DÉVIL, entfernter Nachfahre von „Billy the Kid“, drosch seit Jahren erbarmungslos mit Hartholzknüppeln auf die Trommelfelle seiner Zuhörer ein. Mit ihm waren die gefürchteten DocRock & HIS RESTLESS HEARTS komplett. Den Rest entnehmen wir dem Tagebuch des Marshalls von Ruhr-County, der ihnen seitdem hart auf den Fersen ist:

Vinyl-LP 'Outlaw' 1989
auf Tombstone Records

Juli 2006

Die Meute hat sich in diesem Jahr (wieder) zusammengerottet. Von den verschiedensten Seiten meldet man das Auftauchen der Bande auf so genannten „Festivals“ (Blues 'n' Jazz Rallye in LUX ») und auf den Bühnen verrauchter Vorstadtsaloons. Angeblich soll die Gang bereits über einen immer größer werdenden Haufen alter und neuer getreuer Gefolgsleute verfügen. Irgendwas stimmt mit den Jungs nicht. Ich habe recherchiert und finde alte Steckbriefe aus den 80-90er-Jahren:

Juli/August 88
Schätze, hier wird ihnen der Boden zu heiß. Sie haben sich mit den SCAMPS aus Frankreich zusammengerottet und die Hamburger „Fabrik“ überfallen.
September 88
Gestern sind sie über die Grenze nach Nürnberg, um einen Deal mit den KEYTONES aus England abzuwickeln. Dann wieder mit den FRANTIC FLINTSTONES in Übach-Palenberg gesichtet.
Juni/Juli 89
Ein Syndikat namens Tombstone hat sich die Bande geangelt. Der Vertrag ist perfekt, die LP mit dem furchtbaren Logo DocRock & HIS RESTLESS HEARTS ist nun nicht mehr aufzuhalten. Der Titel OUTLAW ist ein Schlag ins Gesicht für jeden gesetzestreuen Bürger.
September 89
Kurz bevor wir die Jungs fassen konnten, sind sie über die Grenze nach Frankreich. Ihr Auftauchen wurde uns auf Bikerparties in Mácon, St. Boil und Annonay gemeldet. Wenig später nutzte die Band ihre Connections auf nationaler Ebene, um als Support-Act auf der GUANA BATZ-Tour (einem Hilfssheriff gelangen diese Bilder ») in Koblenz, Bielefeld und Dortmund selbst renommierte Music-Halls abzuräumen.
Oktober 89
Mit RONNIE DAWSON aus den USA und BOZ AND THE BOZMAN aus England schlugen sie in Erlangen zu. Im November und Januar wurden sie wieder in Frankreich gesehen.
Juni 90
Jetzt reicht‘s! Ich bin am Ende. Nun haben sich DocRock & HIS RESTLESS HEARTS mit den Mega-Outlaws zusammen gerottet. Als Support-Act der STRAY CATS verwüsten sie das Ruhrgebiet und die Metropole Frankfurt.

Die Gang entwickelt langsam aber sicher ein internationales Format, das uns als eingefleischte James-Last-Hörer absolut überfordert...

Einem Hilfssheriff gelangen diese Bilder »

Hier enden die Aufzeichnungen aus den alten Zeiten. Vor einer Woche erreichte uns die Nachricht, dass der neue Marshall von Ruhr-County entnervt seinen Rücktritt eingereicht hat, nachdem er bemerkt hat, dass die Jungs einlanges Vorstarfenregister haben und eine Nummer zu groß für ihn sind. Hier sein abschließender Bericht:

„Auffallendstes Merkmal der Band ist die Einheit von Show, Outfit und musikalischem Stil, mit der sich ihre Gefolgschaft identifiziert. Die Show ist wild, actiongeladen, das Outfit abgerissen, die Musik eine neu erarbeitete Fusion aus Country-Elementen und dem brachialen Stil der neueren Blues-Gitarristen (wie z.B. Stevie Ray Vaughan, Johnny Winter etc., Anm. d. Red.), also Rockabilly pur, der mit der bloßen Reproduktion alter Standards nichts mehr gemein hat. Das Repertoire besteht zu zwei Dritteln aus eigenen, handgeschmiedeten Stücken, der Rest kommt aus allen Himmelsrichtungen und taucht überfallartig in jeder Show auf. Aufgrund der beständigen Entwicklung ist zu erwarten, dass die Jungs sich mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben werden.“

Letzten Gerüchten zufolge gräbt sich die Band auf breiter Front zielstrebig an die A+R-Manager aller erreichbaren Labels heran, um den nächsten Coup zu landen. Doch in der Zwischenzeit heißt es: Aufgesattelt und rein in die Stiefel, um beim nächsten Überfall dabei zu sein.

Vamos, Gringos!

Wrong place, wrong time, too late, my Dear:
DocRock & HIS RESTLESS HEARTS is back, so pray, pray, pray!

 

 

 

 

Raw Country Rockabilly DocRock & HIS RESTLESS HEARTS - Psychobillys werdens moegen ;-)